TAT.sache.LEID – ein biblischer Kreuzweg

Warum hängt der alte Kreuzweg nicht mehr, zumindest bis Pfingsten nicht? Es geht darum wieder besser hin zu schauen und sich die Frage zu stellen: „Was kann Kreuzweg (Leid) heute für mich bedeuten?“


„Es geht nicht anders, als vom Leben zu malen
Ich male nicht irgendetwas,
es sind konkrete Erfahrungen
das, was ich selbst erlebe und spüre“, meine ich.


Ich bin bei den harten Tatsachen in die Lehre gegangen: in der Justizanstalt Salzburg, bei der Betreuung von Obdachlosen, in der Bewährungshilfe und in der Flüchtlingsbetreuung.
Ich stelle die Menschen, mich selbst und meine eigenen Gefühle gegenüber. Es ist gut selbst zu fühlen, und mehr meinen eigenen Sinneswahrnehmungen zu glauben, als das, was andere sagen.
Die Kunst ist die Einladung zu einer Verschwendung von Energie, ohne genaues Ziel, außer dem, das der Betrachter selbst hier beibringen kann. Das ist die Verschwendung. Alle, die zu geizig sind, oder völlig unfähig zu einer Anstrengung in diesem Genre, verabscheuen die Kunst.


Es geht um neue, in mir freigesetzte Energien.


Und wenn man keine Energien zu befreien hat, sieht man nichts. Dies ist der Grund, warum die Kunst sozial beunruhigend ist und politisch so bedeutsam: sie ist die eigentliche Quelle der Politik, der Inspiration.


Annette Neutzner