Primizwochenende in Neumarkt


Das überaus feierliche und sehr stimmige Primizwochende begann mit der Vesper am Samstagabend. Die Liedertafel sorgte für die musikalische Gestaltung. Die Predigt von Pater Thaddeus aus Tansania, den Simon im Priesterseminar kennen lernte, zeichnete ein anspruchsvolles, forderndes und zugleich motivierendes Priesterbild. Der Priester aus Afrika verwies gleich eingangs auf das Vorbild Jesu für die Priesterberufung: „Es gibt keine größere Liebe als sein Leben für seine Freunde zu widmen.“ Er ermutigte Simon für seinen Dienst für ALLE Menschen und auch für alle Hirte zu sein. Ein Zeichen sollte er sein – für Junge und Alte, für Gesunde und Kranke, Kirchengeher und solche, die nicht mehr kommen. Verheißungsvoll beschrieb er der Gemeinde und Simon die schönen Seiten des Priesterlebens: „Dir werden sie ihr Innerstes anvertrauen! Viele Menschen warten auf dich! Du brauchst also nur raus zu gehen!“ Im ernsten Schlussteil verwies Pater Thaddeus auf den zentralen Wert des Gebets und verglich: „Ein Priester ohne Gebet ist wie ein Auto ohne Reserverad.“

  Aber auch die Pfarrgemeinde nahm der Prediger in die Pflicht in dem er bat, Simon nicht allein zu lassen und in guten und in schlechten Zeiten zu ihm zu stehen. Am Schluss der Vesper bedankte sich Simon bei seinem Weggefährten Thaddeus und sprach seine und vieler anderer Menschen Schwierigkeiten im Umgang mit dem Tod von Rainer Winter an. Er lud ein, die Feierlichkeiten der Primiz zu nützen an Rainer zu denken und für ihn zu beten. Nach dem Gottesdienst gab es eine ausgiebige Agape im Pfarrsaal.

Die Feier der Primiz begann am Sonntag mit dem Empfang des Primizianten beim Schulzentrum. 

Pfarrgemeinderatsobmann Prof. Franz Paul Enzinger und Bürgermeister Dr. Emmerich Riesner empfingen Simon im Namen der Pfarrgemeinde und der Stadtgemeinde. Beide baten Simon, neben dem Ausdruck der Freude und einer Portion Stolz, ein guter Botschafter Neumarkts in der Fremde zu sein. Sie wünschten Simon viel Kraft, Ausdauer und Gottes Segen bei seinem künftigen Wirken.
Freunde, Bekannte und Verwandte des Primizianten, Gäste, viele Neumarkter und die Vereine geleiteten schließlich Simon in einem Festzug zur Stadtpfarrkirche, wo gemeinsam Primiz gefeiert wurde.

Die Feier der Primiz wurde vom Kirchenchor Neumarkt gestaltet. Gekonnt kombinierten die Sänger und Sängerinnen den Volksgesang mit ihren anspruchvollen Stücken.

Ausgesprochen hörenswert war die Predigt von Nachbarpfarrer Norbert Nauthe. Er trat an, um Freude und Glanz des Neubeginns von Simon als Priester zu skizzieren, blendete aber auch die Momente der Sorge nicht aus. Das Evangelium bot ihm gleich Gelegenheit das Leben als Wanderung zu sehen, und dabei Rastplätze genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch seinem Weg werde Simon viele Kranke heilen, sie mit Öl salben und Heil und Umkehr verkünden. Die Welt bedarf so dringend an Heil an Leib und Seele. Als Menschenfischer im Meer der Welt und der Gemeinde brauche er sich nicht ängstlich an etwas klammern.

 

Mit Nachdruck sprach Nauthe von der dienenden Kirche, in der kein Platz für „Hochwürden“ – Priesterherren oder ein herrschendes Volk sei. Im guten Miteinander, in der gegenseitigen Verwiesenheit zeigt sich der wahre Dienst an der Wahrheit und in Freude. Seinen zukünftigen Dienst solle Simon nicht als Freizeithobby verstehen, vielmehr sehe er den Priesterberuf als voll und ganz im Auftrag Jesu Christi zu stehen. Ein Wesen wie Moses wünschte er ihm: Einer, der die Freude und den Halt den Menschen bringt. „Salz sollst du sein, das deine Gemeinden, wo immer du bist, durchsäuert!“ Auch eine Zukunftsaussicht bot der Prediger an. Seine Lebensaufgabe werde der Primiziant in einer Kirche antreten und fortführen, die nicht mehr eine Kirche der Macht und der Triumphe sein wird. Er werde auch mit einer kleiner werdenden Herde zurechtkommen müssen. Doch der Geist sei mit ihm, auf das dürfe er vertrauen! Pfarrer Nauthe schloss mit ermutigenden Worten, „Mut, aber vor allem Mut zur Lücke sollst du haben“. Bei all den Ansprüchen – denke an die wichtigen Pausen und an Zeit für dich!

Simon schloss den feierlichen Gottesdienst mit sehr persönlichen Dankesworten an alle UnterstützerInnen seines Lebensweges, besonders an seine Familie. Gemeinsam mit seinem Weihekollegen Christoph Eder spendete er den allgemeinen Primizsegen.

 

Am Stadtplatz übergab Simon den marschierenden Vereinen Erinnerungsbänder und nahm Aufmerksamkeiten entgegen.

 

Nach dem Primizmahl im Gasthof Gerbl beendete die Dankandacht mit den Einzelprimizsegen das schöne Primizwochenende.