Wallfahrt nach Medjugorie
In der vorletzten Augustwoche machte sich eine Pilgergruppe unter der Leitung von Peter Kozousek und Pfarrer Michael Max als geistlichem Begleiter auf die lange Reise nach Bosnien-Herzegowina, mit dem Ziel Medjugorje. Schon der erste Eindruck war imposant: die riesige doppeltürmige Kirche mit dem großzügigen Platz davor, die vielen Menschen, vor allem aber der Frieden, der überall spürbar war.
Am ersten Tag besuchten wir die Gemeinschaft Cenacolo, in Italien gegründet und inzwischen mit über 80 Gemeinschaften in der ganzen Welt vertreten, die sich der Jugendlichen mit Drogenproblemen annehmen. Am Nachmittag waren wir im sog. „Mutterdorf“, das Pater Slavko Barbaric´ ins Leben gerufen hat, um Kriegswaisen ein neues Zuhause zu schenken. Inzwischen werden dort auch Sozialwaisen sowie Süchtige aller Art und Mädchen nach Missbrauch und mit ungewollten Kindern betreut.
Besondere Höhepunkte waren die frühmorgendlichen Wanderungen auf den Erscheinungsberg und den Kreuzberg. Da dort fast ausschließlich Schotter und scharfkantige Steine sind, ist das Erklimmen nicht ganz ungefährlich, was einige bei Stürzen leidvoll erfahren mussten. Zum Glück sind aber alle glimpflich davongekommen.
Einen Vormittag hatten wir die Gelegenheit, die Seherin Ivanka, zu erleben. Seit 1981 haben sie und drei andere täglich Marienerscheinungen.
Sehr reizvoll war der Ausflug zu den landschaftlich wunderschön gelegenen Kravica-Wasserfällen, wo wir auch die Möglichkeit hatten, uns in den kühlen Fluten zu erfrischen.
Am letzten Tag besichtigten wir noch bei 40° die Weltkulturerbe-Stadt Mostar. Auch 15 Jahre nach dem Ende des Krieges klaffen überall in der Stadt die Wunden. Manches wie die berühmte Brücke ist inzwischen wieder aufgebaut worden. Die Stadt am Schnittpunkt von Orient und Okzident übt eine große Faszination aus: Kirchtürme neben Minaretten, moderne Geschäfte neben Bazaren mit Wasserpfeifen und türkischem Kaffee. ..
Liturgischer Höhepunkt war die deutsche Messe, der unser Herr Pfarrer vorstand und die unsere Gruppe gestalten durfte. Aber auch die anderen Gottesdienste, Rosenkränze, Anbetungen und die Kreuzverehrung bewegten sich in einer ganz besonderen Atmosphäre. Wenn 3000 Menschen alle miteinander das Gleiche beten, aber jeder in seiner Muttersprache, dann erinnert das in gewisser Weise an das Pfingstereignis. An diesem Kraftplatz spürt man jeden Tag mehr die Nähe Gottes und einen inneren Frieden. Wohl alle sind in dieser Woche innerlich berührt worden. Mit vielen intensiven Eindrücken unterschiedlicher Art kehrten wir nach Hause zurück.