„wo sich Herbergen öffnen ...“

 

Auf reges Interesse stießen die Neuigkeiten aus Bolivien. Neben Ruben Weyringer waren im Sommer auch Regina Strohriegl und ihre beiden Söhne Michael und Florian tatkräftig in unserer Partnerdiözese im Einsatz.

Als erstes informierte Initiator Ruben die BesucherInnen über den Fortgang des Projekts der Werkstätte für alleinerziehende Mütter. Er rief in Erinnerung, warum so viele Frauen ohne Männer für ihre Familie sorgen. In dem ärmsten Land Lateinamerikas ist Arbeit Mangelware. Die Männer sind entweder irgendwo im Dschungel als Holzarbeiter im Einsatz und kommen nur alle heiligen Zeiten nach Hause. Oder aber sind sie zermürbt von langer Arbeitslosigkeit und haben aus Scham ihre Familie verlassen. Überaus kinderreiche Familien sind an der Tagesordnung. Ruben portraitierte auch ganz kurz seine Kooperationspartnerin in San Ignacio, Dona Dina, die unermüdliche und fürsorgliche Chefin des Sozialarbeitskreises der Pfarre in der Ruben und die Strohriegls tätig waren/sind. Sie koodiniert gemeinsam mit Ruben und dem Pfarrer die Bauarbeiten.

Ruben bot einen Übersicht, wie sich die Bauarbeiten für die Werkstatt gestalteten. In Bolivien wird vor dem Hausbau zuerst das Grundstück von einem Priester gesegnet und auch die Hände der Maurer werden gesegnet. Eindrucksstark waren in Folge die Bilder von den Bauarbeiten. Es sind nicht nur die sechs bezahlten Maurer auf der Baustelle tätig gewesen, sondern auch die zukünftigen Benützerinnen der Werkstätte. Ruben berichtet von teilweise über 40 freiwilligen HelferInnen, die sich samstags auf der Baustelle einfanden und viele “Facharbeiterstunden” und auch den Bagger ersetzten. Ein weiteres Zeichen, dass das gemeinsame Projekt die Menschen in San Ignacio bewegt war die Info, dass von jedem Sprengel der Pfarre 1000 Lehmziegel für den Bau der Werkstätte zur Verfügung gestellt wurden. Die Mittel aus Österreich haben für Begeisterung und etwas Aufbruchstimmung gesorgt. Erfreut über den Baufortschritt hat sich auch der Bürgermeister von San Ignacio eingebracht und einige moderne Nähmaschinen in Aussicht gestellt. Der erste Bauabschnitt konnte mit den Spenden vom Pfarrfest beinah abgeschlossen werden. Nun sind als nächstes einige Einrichtungsgegenstände gefragt. In diesen Wochen soll das Haus einen Stromanschluss erhalten.

Michael Strohriegl erzählte von seiner intensiven Eingewöhnungsphase. Innerhalb von zwei Monaten erlernte er die Sprache und veruschte sich mit den kulturellen und kulinarischen Begebenheiten vertraut zu machen. Während seiner Zeit war er ebenso wie Ruben viel mit Dona Dina unterwegs zu den Ärmsten. Auf vielen Fotos sah man ihn gemeinsam mit Ruben beim Mitarbeiten auf der Baustelle der Werkstätte.

Florian Strohriegl berichtete von einer ganz besonders charmanten Geschichte. Der körperlich beeinträchtige Don Mariano bat immer wieder um eine neue Kutsche. Der Wunsch wurde ihm nicht nur zu seiner überrschwänglichen Freude erfüllt, sondern er bekam wohl die schönste Kutsche Boliviens. Florian bemalte sie nach den Wünschen Marianos.

Regina Strohriegl war in erster Linie nach Bolivien aufgebrochen um ihr Patenkind Sonja kennen zu lernen. Beim Treffen in Sonjas Unterkunft (ihre Mutter ist bei der Geburt ihres Bruders gestorben), entschied Regina, dass sie alles versuchen wird um Sonja ein menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen. Ein neues Haus soll das baufällige alte ersetzen. Sehr berührend erzählte sie von den gemeinsamen Arztbesuchen und vom Strahlen Sonjas nach dem Kauf dringenst benötigster Kleidungsstücke.

Abschließend bedankten sich die vier bei Pfarre und Landjugend, für die Unterstützung des Projekts.