Interkulturelle Gärten Neumarkt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Interessierte, auf dieser Seite haben wir alle wichtigen Meldungen der Gartensaison 08 gesammelt.

 

Alle aktuellen Berichte aus der laufenden Saison finden Sie auf der Startseite unter "Aktuelles"!

 

Im Spätherbst 08 kam dann auch noch die Aktion 72 Stunden ohne Kompromiss, der wir im Interkulturellen Garten eine Hütte zu verdanken haben.

72 Stunden waren 8 Schülerinnen der HBLA Neumarkt in Neumarkt im Einsatz. Bei dem größten österreichischen Jugendsozialprojekt waren österreichweit ca. 5000 Jugendliche / in Salzburg 450 Burschen und Mädchen für soziale Anliegen tätig. Eines der 34 Salzburger Projekte war die Errichtung einer offenen Gartenhütte für den Interkulturellen Garten in der Neumarkter Moserkellergasse.

Die Mädchen zeigten ihr handwerkliches Geschick und zimmerten gemeinsam mit einem rüstigen Opa die Gartenlaube für den Garten.

Ab der nächsten Gartensaison können sich nun die Gärtner und Gärtnerinnen aus verschiedenen Ländern auch bei ungünstigerer Witterung komfortabler austauschen.

 

Erntedankfest im interkulturellen Garten

Ein ganz besonderes Erntedankfest feierten alle Gärtnerinnen und Gärtner, die in den interkulturellen Gärten einen Sommer lang mitgemacht haben. Am 13. Oktober stand zuerst ein Lokalaugenschein im Garten an. Danach versammelte sich die Gemeinschaft im Museum Fronfeste, wo ein kulinarisches Abenteuer auf uns wartete. Razzaq Mohammad aus Pakistan, gelernter Koch (der indischen, vietname-sischen, thailändischen, pakistanischen und der europäischen Küche) verzauberte uns mit einem dreigängigen thailändischen Festessen. Ob Frühlingsrollen oder Hühnerspießchen, Bambus-Kokosmilchsoße oder Gemüse-variationen – es wurde alles zusammen gegessen – obwohl es viel zu viel war. Beim gemütlichen Zusammensein war viel Zeit für gegenseitiges Kennen lernen, für Gespräche und für Späße. Ein nächstes kulinarisches Thema steht auch schon fest – wir werden zum Mongolischen Kulturabend einladen …

 

Während der Gartenhochsaison gab es jedes Monat ein GärtnerInnentreff. Anfangs haben wir einfach gemeinsam gegrillt, bis wir auch kulinarisch etwas interkultureller geworden sind. Razzaq aus Pakistan hat vorgeschlagen, das er mal thailändisch für die ganze Gemeinschaft kochen würde. Leider haben wir bei diesen Treffen fast keine Fotos gemacht - was wir haben ist in der Galerie zu sehen:

Im Mai hat sich allerhand getan im Garten: Einige Interessierte sind zu unserer Gemeinschaft hinzugestossen und haben mit einem Beet begonnen. Ein Gartenschlauch hat das Gießen zur Freude gemacht und ein weiteres Zusammentreffen aller Gärtner - ein Grillfest am 15. Juni - ist in Vorbereitung!

Am 16. Mai hat die Gemeindevertretung den Garten besucht und Kommunalkartoffeln angebaut!

 

Die Saat geht nun auf in unserem Garten in der Moserkellergasse. Nicht nur dass die Pflänzchen gedeihen, auch die Gespräche mit den verschiedensten Menschen kommen in Gang. Seit dem Pflanzfest am 5. Mai haben sich weitere GärtnerInnen zur Gemeinschaft dazugesellt und bebauen ein Beet. Bislang teilen sich die 19 Beete 2 Familien, 7 Einzelpersonen, die 1a der Hauptschule, 3 Volksschulklassen und der Kindergarten. 4 weitere Gärtner haben ihr Interesse angemeldet.

 

Letzten Freitag haben auch die Damen und Herren der Gemeindevertretung „ihr“ Beet aktiviert und Erdäpfel angebaut. Die „Kommunalkartoffeln“ werden nach dem ersten Erntedankfest im Interkulturellen Garten voraussichtlich als Chips in den Sitzungen verspeist;-)

 

Am 5. Mai war schließlich das erste Pflanzfest angesagt.

Am Montag, dem 5. Mai trafen sich alle Interessierten GärtnerInnen im Interkulturellen Garten in der Moserkellergasse. Das Pflanzfest sollte ein erstes Zusammentreffen aller Beteiligten ermöglichen. Von den bislang 22 vorbereiteten Beeten sind knapp mehr als die Hälfte vergeben, es ist also noch Platz im Interkulturellen Garten!

Mit den Gärtnern und GärtnerInnen wurde auch gleich überlegt wie es weitergehen wird. Eine Menge Anfragen und Anregungen (Geräteschuppen, Gartenlaube, Zaun, Komposter, Öffnungszeiten, Zusammenkünfte, Schnecken, Brennnesseljauche, Rasenmäher, WC, und vieles mehr) haben wir notiert, die nun gemeinsam besprochen und beschlossen werden.

Die fleißigen GärterInnen der 1a der HS Neumarkt haben bereits bei der Eröffnung am 22. April Kresse und Radischen gesät, die Kresse ist schon erntereif!

Am 22. April war schließlich der offizielle Auftakt mit politischer Prominenz. Wir erhofften uns mit diesem Eröffnungsfest mediale Aufmerksamkeit, um die Idee der Interkulturellen Gärten einer größeren Öffentlichkeit zuugänglich zu machen. Die Rechnung ging auf, mehrere Zeitungen (Salzburger Nachrichten, Flachgauer Nachrichten, Salzburger Volkszeitung, Kronen Zeitung, ...) berichteten sehr wohlwollend über unser engagiertes Projekt!
Der Interkulturelle Garten wurde am 11. und 12. April mit Hilfe von Johann Sams (Samshofbauer) für das Gärtnern vorbereitet. Johann Sams, Biobauer und sehr erfahren im Ackerbau, gab uns bereits sehr wertvolle Tipps, zum den Themen Bodenverbesserung, Gründüngung und Bodenbearbeitung.
Im Pfarrblatt Mitte Anfang April und in der Gemeindeinfo der Stadt Neumarkt ist der Aufruf zum Mimachen und grundsätzliche Information über das Gartenprojekt erschienen:

Sehr geehrte Neumarkterinnen und Neumarkter, liebe Interessierte am „Garteln“

Mit der beginnenden Gartensaison lädt die Initiative „Interkulturelle Gärten Neumarkt“ Freunde des Gartenbaus und alle Freunde eines befruchtenden interkulturellen Dialogs ein, sich an den Interkulturellen Gärten zu beteiligen.

Das Konzept ist denkbar einfach:

Ein Teil des Gartens der Gürtlervilla in der Moserkellergasse (Haus links vor dem Parkplatz der Bücherei/HAK) wird umgepflügt und zum Bebauen vorbereitet. Die Fläche wird in viele kleine Parzellen geteilt und interessierten NutzerInnen/GärtnerInnen zur Verfügung gestellt.

 
Interkulturell werden die Gärten dann, wenn nicht nur „waschechte“ Neumarkter mitmachen, sondern sich auch Menschen beteiligen, die aus allen möglichen Ecken Salzburgs, Österreichs, Europas und der Welt herkommen und nun in Neumarkt leben.

Das Angebot, sich an dem Gartenprojekt zu beteiligen ist übrigens kostenlos – lediglich 2 kleine Bedingungen stellen wir an Sie:

•     Einerseits müssen Sie den erhofften interkulturellen Austausch (Kontakte mit anderen GärtnerInnen) grundsätzlich positiv gegenüber stehen, und

•     andererseits Gartenbau nach ökologischen Kriterien betreiben (ohne Pestizideinsatz und synthetische Düngemitteln, …).

 

Am 22. April wird der Interkulturelle Garten von LHstv. Dr. Wilfried Haslauer, LR Doraja Eberle und Bgm. Dr. Emmerich Riesner um 9.15 Uhr eröffnet.

Alle interessierten GärtnerInnen mögen sich im Museum Fronfeste bei MAS Ingrid Weydemann (tel 5704) oder im Pfarrhof bei Pastoralassistent Mag. Hermann Signitzer (tel 5275) melden!

Im Kontakt (Zeitung für Pfarrgemeinderäte 03/08) erschien folgender Beitrag:

Interkulturelle Gärten:

Ein großes Grundstück wird in viele kleine Parzellen geteilt. Einzelne Parzellen werden interessierten NutzerInnen/GärtnerInnen zu Verfügung gestellt. Interkulturell werden die Gärten dann, wenn auch Menschen mit Migrationshintergrund mitmachen. Durch das gemeinsame Tun im Garten (Pflanzen, Säen, Jäten, Gießen, Pflegen, Ernten) entstehen Kontakte und schließlich auch das Ziel der Gärten: interkultureller Austausch.


Begonnen hat die nette Geschichte der Gärten des interkulturellen Austauschens mit der Erkenntnis einer multikulturellen Gesellschaft, die nicht „inter“ agiert sondern wirklich nur „multi“ nebeneinander lebt. Ein Zusammenleben ohne ausufernde Kontaktmöglichkeiten und auch fast keine Reibflächen für Konflikte. Es sollte etwas Verbindendes geschehen - nur Wie und von wem?

Treffend für alle weiteren Überlegungen stellte sich das Motto der PGR-Wahl und der PGR-Periode dar: „Lebensräume gestalten, ….“ Gestalten wir den innerkirchlichen Lebensraum, oder wagen wir den Schritt nach draußen, wo uns andere religiöse Überzeugungen und teilweise komplett andere Lebensentwürfe herausfordern?

Mit dem Museum Fronfeste Neumarkt und dessen Leiterin MAS Ingrid Weydemann, für die die Kulturvermittlung ein zentrales Anliegen ist, haben wir einen höchst kompetenten Kooperationspartner für die Interkulturellen Gärten vor Ort gefunden. Mit Dr. Hans Eder (SBW und Intersol Salzburg), der die in Deutschland seit Jahren erfolgreiche Initiative der Gärten des interkulturellen Austauschens in ein anspruchsvolles Konzept kleidete, haben wir unser Vorhaben beim Ideenwettbewerb „landauf 2007“ eingereicht und einen der 7 Hauptpreise gewonnen. Seit dieser positiven Meldung feilt das Team an der Organisation und der Umsetzung der Idee der Gärten. Seit dem der Stadtrat Neumarkts einer Nutzung eines Gemeindegrundstücks zugestimmt hat, nimmt nun der Garten langsam Gestalt an.

Die interessierten und angefragten Projektpartner:

Salzburger Bildungswerk, Museum Fronfeste, Stadt Neumarkt, Hauptschule Neumarkt, Elternverein der Hauptschule Neumarkt, Caritasverband Salzburg vertreten durch das Caritas-Zentrum Neumarkt, Samshofbauer, Interkulturelle Gärten Mattsee, InterSol, SIR, Kindergarten Neumarkt, Ortsbäuerinnen Neumarkt, HBLA Neumarkt, Johann Aigner Volksschule Neumarkt, Asylwerber im Gasthof Gerbl, Frauengruppe des Neumarkter Bürgerservice, viele Einzelpersonen.

Mag. Hermann Signitzer

Pastoralassistent in Neumarkt am Wallersee

pfarre@neumarkt.at

www.stadtpfarre-neumarkt.at

Für das Ansuchen an die Stadtregierung (Stadtrat) um die Nutzung eines Gemeindegrundstücks entstand folgende Beschreibung:

Interkulturelle Gärten in Neumarkt am Wallersee

Was sind Interkulturelle Gärten:

Ein Grundstück wird in viele Parzellen aufgeteilt. Die Parzellen werden verschiedenen Menschen/Gruppen zugewiesen und schließlich landwirtschaftlich bebaut. Interkulturell werden die Gärten dann, wenn auch Menschen mit Migrationshintergrund eingebunden werden.


Austausch:

Durch das gemeinsame Tun, entstehen viele Möglichkeiten des Kontakts zwischen den beteiligten Menschen. Der Austausch ist das Nebenprodukt des gemeinsamen Bebauens der Gärten. Der Gartenbau ist somit das Medium über das Kontakte entstehen (Vergleichbar: Beim Spazieren mit dem Kinderwagen oder einem Hund entstehen viel eher Gespräche als alleine …).

Von wem geht das aus?

Das Projekt ist in Deutschland schon erprobt und sehr erfolgreich. Es gibt weit über hundert Gärten, der älteste ist in Göttingen. Beim Ideenwettbewerb „Landauf“ ist die Idee von Dr. Hans Eder (Intersol/SBW) gemeinsam mit MAS Ingrid Weydemann (Museum Fronfeste Neumarkt), Mag. Hermann Signitzer (Pfarre Neumarkt) und Berta Altendorfer (Salzburger Bildungswerk Mattsee) aufgegriffen, auf die lokale Situation abgestimmt, und eingereicht worden. Wir haben einen der sieben Hauptpreise im Wert von € 6.000.- gewonnen.

Wer tut mit?

Neben den beteiligten Organisationen/Vereinen Pfarre Neumarkt Salzburger Bildungswerk Neumarkt, Museum Fronfeste Neumarkt, würden wir uns natürlich wünschen, dass die Stadtgemeinde Neumarkt das Projekt mit trägt.

Weiters haben wir bereits für eine Beteiligung gewinnen können: Hauptschule Neumarkt, Elternverein der Hauptschule Neumarkt, Caritasverband Salzburg vertreten durch das Caritaszentrum Neumarkt, Samshofbauer.

Angefragt haben wir bei den Ortsbäuerinnen, der Frauengruppe vom Neumarkter Bürgerservice, der Johann Aigner Volkschule Neumarkt, dem Kindergarten Neumarkt und der HBLA Neumarkt, bei vielen Einzelpersonen.

Wer entscheidet was?

Die Trägerorganisationen richten eine Steuerungsgruppe ein, die die relevanten Entscheidungen treffen wird. In der Steuerungsgruppe soll je ein/e Vertreter/in von/m Museum Fronfeste Neumarkt, Stadtgemeinde Neumarkt, Pfarre Neumarkt und dem Salzburger Bildungswerk sitzen. Diese Gruppe entscheidet über die Vergabe der Parzellen an die GärtnerInnen.

Wie lange?

Die Interkulturellen Gärten sollen zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren betrieben werden. Nach einer gründlichen Evaluation soll über eine Fortführung beraten werden.

Die Bedingungen an die GärtnerInnen …

Die BebauerInnen müssen sich grundsätzlich zu zwei Bedingungen bekennen. Sie erklären sich einerseits offen für den beabsichtigten Prozess des interkulturellen Austausches. Andrerseits müssen sich zu biologischen Anbaumethoden verpflichten.


Im Dezember 07 haben wir zum ersten Mal über die erfolgreiche Wettbewerbsbeteiligung und unser Vorhaben, die Gärten in Neumarkt umzusetzen in den Pfarrnachrichten berichtet:

Interkulturelle Gärten in Neumarkt

Gemeinsam mit 2 Kooperationspartnern hat die Pfarre Neumarkt einen der 6 Hauptpreise beim Ideenwettbewerb „landauf“ der Gemeindeentwicklung Salzburg gewonnen. Intersol Salzburg, der Museumsverein Neumarkt und die Pfarre Neumarkt wollen einen Interkulturellen Garten entstehen lassen. Das Preisgeld vom Ideenwettbewerb (€ 6000,-) ist eine motivierende finanzielle Ausgangslage.

Gelungene Beispiele für ein friedvolles und solidarisches Miteinander von „Einheimischen“ und „Menschen ausländischer Herkunft“ sind selten. Deshalb kommt der Idee der Interkulturellen Gärten besondere Bedeutung zu: Hier können sich Menschen aus verschiedenen Kulturen, Herkunftsländern, Berufsgruppen und unterschiedlichen Alters begegnen. Das gemeinsame, gleichberechtigte Tun steht im Mittelpunkt: Sie bearbeiten einen Garten, tauschen Erfahrungen aus, säen, pflegen, ernten und feiern gemeinsam. Die Produktion biologischer qualitätsvoller Lebensmittel leistet zudem einen Beitrag zur alltäglichen Versorgung und zu einem gesünderen Leben. Ein Garten wird so zum Lernfeld für ein gelungenes Zusammenleben, und zum Raum, wo interkulturelle Begegnung möglich wird.

„Bei der Arbeit im Garten finde ich Trost und Geborgenheit. Ich habe hier Menschen gefunden, die Anteil nehmen und mich mit meinen Sorgen nicht allein lassen.“ Fariz Kamilov Münchner Gärten der Kulturen, Aserbaidschan

Bereits im zeitigen Frühjahr soll ein größeres Grundstück für diese gärtnerische Zwecke vorbereitet werden. Neben dem „Gemeinschaftsbereich“ und natürlich einem Bereich für Kinder wird der Rest der Fläche in Parzellen eingeteilt und verschiedenen GärtnerInnen und BebauerInnen zur Verfügung gestellt – im Frühjahr soll es losgehen – übrigens sehr passend zum europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008!

Interkulturelle Gärten sind Orte der Intergration, weil …

… sie die Menschen erden, neu beheimaten und in Frieden kommen lassen.

… hier ein interkultureller Austausch unter Gleichen stattfindet.

… hier die Fähigkeiten und das Wissen aller zählt.

… in ihnen das Eigene im Lichte des Anderen erscheint.

… hier aus Flüchtlingen öffentliche Akteure werden.